Das Maß ist voll!

Das also hat es offenbar gebraucht, um das Maß von noch nicht ganz voll auf jetzt doch voll zu heben: Einen waschechten Terroranschlag auf deutschem Boden gegen Deutsche, die ihrer deutschen Tradition, dem sich besinnlich Wegschädeln, auf einem deutschen Weihnachtsmarkt in Deutschland nachgehen und dabei auch noch ordentlich deutsch sind! Jetzt reicht es also endgültig, das Maß ist nun aber wirklich voll, das Fass läuft über, die Hutschnur ist gerissen, der Arsch geplatzt oder kurz: Ich bin zwar kein Nazi, aber …

Wer sagt, das Maß sei jetzt voll, muss sich aber auch die Frage gefallen lassen, was denn bitte genau den Unterschied markiert, zwischen jetzt und davor. Und hier lassen die Fakten und ihre inhärente Kausalität doch nur einen Schluss zu: Dass es ausgerechnet jetzt reicht, liegt ja ganz offenbar daran, dass nun erstmals Deutsche in Deutschland Opfer von (islamistischem?) Terrorismus geworden sind. Wie gefährlich solche Aussagen tatsächlich sind, und was sie in der Tat bedeuten, wollen wir hier einmal ganz rational darlegen, damit es auch der letzte Bild-Leser versteht.

Entweder …

Entweder sind sich diejenigen, die die Meinung vertreten, das Maß sei jetzt voll, absolut im Klaren darüber, was sie damit aussagen. Und das ist: Dass der Terror schon hunderte Opfer unter den Froschfressern, Pommeslutschern, Inselaffen, Berufskiffern, Itakern, Siesta Faulenzern, Frostbeulen und auch im außereuropäischen Ausland gefordert hat, ist halb so wild. Ein bisschen Schwund ist ja bekanntlich immer.

In dieser Annahme liegt der zeitliche Unterschied, der das Fass zum Überlaufen bringt, also in der Nationalität der Opfer. Jetzt sind es Deutsche. Und das ist offenbar ausschlaggebend. Wer so argumentiert und sein Argument auch noch ernst meint, ist nicht zwar kein Nazi, er ist das genaue Gegenteil. Ein FUCKING handfester Nazi. Und zwar im Wortsinn, denn ein Nationalsozialist ist ja nun derjenige, der will, dass es seinem Land und den darin lebenden Bürgern besser geht als allen anderen Ländern. Einer also, der nationalen Sozialismus will. Und einer, der dafür gewillt ist, in Kauf zu nehmen, dass es anderen Ländern, anderen Menschen, schlechter geht. Um den Gedanken zu Ende zu führen: Einer, der davon überzeugt ist, dass sein eigenes Volk anderen Völkern überlegen ist, und dass ihm daher mehr zusteht. Beispielsweise vom Terror verschont zu bleiben.

Für so jemanden ist das Maß dann tatsächlich voll, weil es der Terrorist wagt, die Herrenrasse zu attackieren. Und das, liebe Kinder, ist VERFICKTER Faschismus. Und nichts anderes.

Oder …

Oder derjenige, für den das Maß mit Terror auf deutschem Boden jetztvoll ist, ist eine unfassbare Hohlbirne, bei der man sich zu Recht fragen darf, ob der Zivi bei der Facebook Anmeldung geholfen hat. Ein absolut ekelhafter Typ mit einem widerlichen Geltungsbedürfnis, der nur in der Gruppe stark ist und einfach mal rausrotzt, was ihm so durch den ansonsten vakuumgleichen Schädel furzt. Einer, an dem die Bildung, die Idee der Demokratie und ganz offenbar auch der Geschichtsunterricht der 9. Klasse absolut spurlos vorübergezogen ist.

Denn einen Fall, in dem eine nationalkonservative Partei, die sich programmatisch speziell an die sozial schwache deutsche Arbeiterschicht wendet, einen Anschlag fingiert hätte, um auf Grundlage der öffentlichen Hysterie die Demokratie auszuhebeln und an die Macht zu kommen, gab es in der deutschen Geschichte zum Glück noch nie! Also kann das gar nicht Bestandteil der Bildung sein, also kann man hier keine einzige Parallele ziehen, und außerdem ist ein Muselmann noch lange kein Holländer. Und Marinus van der Lubbe hat etwas angezündet und keinen Lastwagen benutzt. Also FRESSE!

Das Problem

Was die ganze Sache so knifflig macht, ist dass diese Schwachsinns Parolen mit dem vollen Maß, dem erreichten Siedepunkt, der Hutschnur, dem geplatzten Arsch und was dergleichen das Deutsche an Inhaltshülsen hergibt, nicht von Rönny mit dem Cappy aus dem Östen kommt, der seit er 15 ist engagiert auf eine ruinierte Existenz hinarbeitet, sondern von Leuten, die man wirklich kennt. Leute, die man eigentlich gar nicht sooooo KACKE findet, mit denen man arbeitet, die man täglich sieht, und von denen man bisher keine schlechte Meinung hatte. Hier liegen dann nämlich zwei weitere Gefahren des Terrorismus:

Erstens führt die Angst dazu, dass solche Leute die dünne Maske des Liberalismus fallen lassen, weil sie sich bestätigt fühlen. Denn sie haben es ja immer gewusst, dass den Teppichfritzen nicht wirklich zu trauen ist. Dass das Vertrauen, dass man da wider besseren Wissens und im Zuge des allgemeinen Gutmenschseins in die Bärte tragenden Orientbewohner investiert, irgendwann doch wieder missbraucht wird. Jetzt kann man endlich mal ungestraft seine Meinung sagen … bla, bla, bla.

Die zweite Gefahr ist noch perfider: Denn die, die das anders sehen, die hier ihre Bekannten, Freunde, Kollegen oder sogar Familienmitglieder als verkappte Nazis desavouiert sehen, wenden sich ab. Werfen ihnen – und zwar beispielsweise in Blogtexten wie diesem – Kurssichtigkeit, Unüberlegtheit, eine mangelnde Fähigkeit zur Demokratie und Dergleichen vor. Damit werden wir zu genau dem, was man uns vorwirft zu sein: Realitätsferne Gutmenschen, die sich scheinbar weigern, die umgebende Welt in ihrer klaren Strukturiertheit anzuerkennen. Subjektiv jedenfalls, und das ist alles was hier zählt! Kurz: Der Terror, der zwangsläufig eine extreme Meinungsbildung nach sich ziehen muss, führt zur Spaltung!

Und diese Spaltung bedeutet letztendlich eine Verhärtung der Fronten, ein zum Erliegen kommen des politisch-gesellschaftlichen Diskurses und damit das Ende der demokratischen Willensbildung als Grundlage eines souveränen Staates. Das ist die Perspektive, die der Terrorismus all seinen Opfern, den direkten, aber auch den indirekten, aufzwingt.

Sich dem mit allen Mitteln entgegenzustellen, das ist die Herausforderung, vor der wir alle stehen. Die Schwierigkeit ist nur, dass das sich Auflehnen hier bedeutet, humanitär zu handeln. Und das ist leider dieser ganze linksliberale SCHEISSDRECK, der einem zu den Ohren rauskommt: Integration, Entwicklungshilfe, Wiederaufbau, Entwirrung des politisch-wirtschaftlichen Geflechts, Bildung als erstes politisches Ziel, Chancengleichheit, Klimaschutz, Lobbyismus-Stopp, usw. Also schrecklich nervige, langwierige, kleinteilige und energieraubende Arbeit, die man nicht mit einer gezielten Bombe auf das richtige Land aus der Welt schaffen kann.

Aufgeben ist keine Option, denn es geht um Zukunft, und nicht nur um die deutsche. Wenn man nämlich mal davon ausgeht, dass der zweihunderttausendunderste Flüchtling nicht umdreht und wieder in sein vom Krieg weggebombtes Land zurückgeht, aus dem er eben erst in Todesangst geflohen ist, muss man sich folgendes vergegenwärtigen: Nationalismus ist zum Aussterben verurteilt. Allein aus evolutionärer Sicht, wird sich derjenige, der am Deutschsein festhält, in wenigen Jahren schlicht nicht mehr fortpflanzen können, weil er keinen Partner findet. Survival oft the Fittest. Runtergebrochen für Rönny heißt das: Willst Du FICKEN, sei human.

Reißen wir uns also alle am Riemen, dass das was wird, mit der Zukunft. Danke für gar nichts, logisches Denken!

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