Moderne Sklaverei

Erinnert sich noch einer an die Sache mit der Aufklärung und was sie eigentlich sein sollte? Hat doch super geklappt, oder? Wir sind alle ganz schrecklich mündig, schon allein, weil wir alle alles auf unseren Smartphones nachschauen können. Und wenn wir das richtig verstanden haben, ist Information doch gleich Mündigkeit, oder?

Falsch geraten, FLACHWICHSER! Denn genau genommen funktioniert die Nummer mit der Mündigkeit nur dann, wenn man die Informationen, die man sich da so tagein, tagaus in den hohlen Schädel trümmert, auch nutzt. Das bedeutet: Seinen feisten ARSCH hochkriegt. Also – man halte sich fest – tatsächlich mal was macht, statt nur zu labern … hüstel, hüstel … liebe Kabarettisten.

Dass wir nicht alle Millionäre werden können und es völliger Schwachsinn ist, mal die CDU/CSU, FDP, AfD, Grüne, SPD zu wählen, für den Fall, dass wir nach 50 erfolglosen Jahren im Berufsleben in der nächsten Legislaturperiode doch noch auf die Füße fallen, und dann froh sind, endlich auch mal von den Gesetzen profitieren zu können, wissen wir. Und trotzdem tun wir es, weil uns schon die ganze Zeit eingeredet wird, dass wir alle eigentlich etwas SCHEISS-FUCKING-Besonderes sind, und das das auch demnächst mal einer schnallt und uns dann endlich die 100 Mio. fürs Nichtstun rüberschiebt, auf die wir spekulieren. Und die dann bitte steuerfrei, denn wenn schon Aufstieg, dann bitte möglichst asozial. Also so richtig FETT Geissen-Style – FUCK Yeah!

Ja, aber was denn?

Nachdem Denken ja eher Glücksache ist, hier ein paar einfache Maßnahmen gegen die Sklaverei, in die wir uns selbst geführt haben:

  • Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen:
    Jeder gibt die GESCHISSENEN 20% seines Bruttoeinkommens ab, ganz egal, ob er nun 1.000 oder 10.000 EUR im Monat heimbringt.
  • Einführung einer vernünftigen Steuerpolitik im Finanzsektor:
    Und nachdem das ja nichts anderes als Glücksspiel ist, gleich die hier üblichen 95%. Dann haben wenigstens alle was davon. Von jeder GESCHSSENEN Finanztransaktion, die berechnet wird, gehören 95% dem Staat, der das dann gerecht umverteilt. Fertig.
  • (Wieder)besteuerung von Kapitalerträgen:
    Warum interessiert es das Finanzamt, ob Einkommen aus Arbeit (der wertlosesten Variante) oder aus Kapital (Mieten, Zinsen und so ‘n SCHEISS) kommt? Wer hat, dem wird gegeben? Jetzt nicht mehr, HURENBOCK!
  • Besteuerung von Beamten und Abgeordneten:
    Gerade weil Ihr für das System arbeitet, sollet ihr finanziell nicht außerhalb davon stehen! Gebt gefälligst auch Eure 48% ab!
  • Deckelung des Pro-Kopf-Jahresnettoeinkommens auf 120.000 EUR: Mehr braucht keine alte SAU! Alles andere ist raffgierig und asozial. Und das, was die Unternehmen an Lohausgaben in den Vorstandsetagen sparen, wird als zu bitte versteuernder Gewinn bilanziert und steht als Wachstumsmotor und Investitionskapital zur Verfügung. So haben wirklich mal alle was davon.
  • Einführung einer ausgleichenden Dynamik bei Gehältern:
    Wenn tatsächlich niemand ganz oben mehr als das 10-fache des Arbeiters ganz unten verdient, ziehen doch die oberen klugen Köpfe, die unsertwegen tatsächlich die breiten Schultern haben, das Bodenpersonal automatisch mit nach oben. Und das wäre doch mal die richtige Sorte von Wachstum!

Sechs innen- und steuerpolitische Punkte, auf die man – zugegebenermaßen – schon mal gekommen ist, die es aber irgendwie nie in die Regierungsagenda schaffen. Und warum nicht? Weil man dann seinen Sponsoren und denjenigen, bei denen man nach seiner politischen Karriere den gut dotierten Beraterposten annehmen will, Knüppel zwischen die Beine wirft?

Brüssel und Berlin, Korruption ist euer Name

Ja, da haben wir den Finger in der Wunde: Die Nähe zwischen Politik und Wirtschaft und übrigens auch den Medien ist einfach zu groß. Wie lässt sich das verhindern: Indem man sich die VERFICKTE Halbärschigkeit einfach mal spart und Nägel mit Köpfen macht: Wer in der großen Politik ist, darf niemals in die Wirtschaft wechseln, und wer es doch macht, wandert in den Knast. Wer fett im Business ist, hat in der Politik einen Scheiß verloren und wandert – richtig geraten – ins Kittchen, wenn er es doch macht. Und wer in den Medien arbeitet, nimmt einfach seine Verantwortung mal ernst, hält die Hand nicht für Politik und Wirtschaft auf und nutzt seine Präsenz, um tatsächlich mal aufklärerisch tätig zu werden. Wer schludert, atmet gesiebte Luft. Dann bringen die ganzen tollen Gipfel endlich mal die wirklich richtigen Leute zusammen und nicht nur die, die sich für die richtigen halten. DEAL?

Au Contraire …

Aber Moment mal … dann wird ja unter dem Mäntelchen des Einsatzes für die Freiheit und Mündigkeit vieler die Freiheit und Mündigkeit weniger beschnitten. Und wer soll eigentlich die Aufsicht führen? Und wer soll die Oberaufsicht über das Aufsichtsgremium führen? Und wer die Aufsicht über die das Oberaufsichtsgremium beaufsichtigende Beaufsichtigungsinstanz? Und wer … Ihr seht schon, wohin das führt.

Das Problem sind also weniger die Umstände, als eher das BESCHISSENE ARSCHLOCH in jedem Menschen selbst. Die Tendenz zur Vorteilsnahme, die „Solange es keiner mitkriegt“-Nummer, die Gier. Und dann lassen wir doch alles, wie es ist, denn die Idee ist ja, Politiker so gut zu bezahlen, dass sie die Zuwendungen aus der Wirtschaft gar nicht brauchen. Wer braucht schon einen zweiten Privatjet, ein drittes Sommerhäuschen oder eine fünfte Geliebte? Eben. Danke für gar nichts, Immanuel Kant!

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