Let’s hate: Gronkh

lets hate gronkh

Hallo und herzlich willkommen zu einem nagelneuen Let’s hate … 3,6 Millionen Abonnenten bei YouTube, Fernsehauftritte, jede Menge (zumeist jugendliche) Fans mit überschaubaren Erfahrungswerten in punkto Hirnnutzung, tausende Videos, millionenfache Views und ein mittleres Imperium in Form der PlayMassive GmbH. Dieser Gronkh hat einfach alles! Und womit hat sich das aufgebaut? Mit Computerspielen. Und wenn man mal ganz ehrlich ist auch mit jeder Menge Fleiß und Durchhaltevermögen. Doch halt. Wird das etwa die ultimative Lobhudelei? Wird das etwa ein Heldengesang auf den feinen Herrn Gronkh? Wird das etwa gar kein echtes Let’s hate?

Doch, wird’s. Denn das Problem mit dem feinen Herrn Gronkh ist, dass er zwar einen enormen Unterhaltungswert hat, aber einfach ein VERFLUCHT BESCHISSENER Spieler ist. Einer, der einem einerseits zeigt, dass man selbst gar nicht soooooo SCHEISSE ist, wie man immer denkt, aber eben auch einer, der dafür sorgt, dass man vor seinen Let’s Plays hockt und im Sekundentakt denkt: „Doch nicht so, DU HIRNI!“ Ein Failer, um mal ein Wort aus dem Lexikon der Jugendsprache zu nutzen, vor dem Herrn. Einer, der sich eigentlich nicht wirklich traut, Spiele zu spielen. Einer, der sich auf die Fahne schreibt, in seinen Let’s Plays möglichst viel von einem Spiel zeigen zu wollen und ein aufs andere Mal spektakulär, fulminant und mit Anlauf scheitert, scheitert, scheitert.

Versagen mit Methode?

Beispiele für dieses Versagen gibt es zu Hauf. Um nur einige zu nennen:

  • Gronkh schießt in Wolfenstein: The new Order aus gefühlten 40 Metern mit einer Schrotflinte auf einen Nazigegner und echauffiert sich, weil seine Wumme zu unpräzise ist.

  • Gronhk rennt Folge über Folge in The Forrest durch immer dasselbe Waldstück, baut praktisch nichts, und wenn, dann gleich Endgame-Objects, und lässt sich pausenlos von den Eingeborenen zu Hackfleisch verarbeiten, was ohnehin schon ein Kunststück ist, wenn man 7/8 der Zeit in Deckung im Gebüsch hockt.

  • Gronkh schaut sich geschlagene 6 Stunden, sprich um die 12/13 YouTube-Folgen seine Stadt „Stuckenborstel“ in Cities Skylines nur an. Er baut nichts. Er erklärt nur, was er alles bauen will. Und man fragt sich, warum ZUR HÖLLE er es nicht einfach tut.

Gronkh

Ist das, vor allem das letzte Beispiel, nicht schon fast Arbeitsverweigerung? Möglichkeiten, wie das Ausweisen von speziellen Industrieflächen (Agra, Bergbau, Erzabbau, usw.), nutzt er erst gar nicht. Gestalterische Möglichkeiten im Gameplay, wie runde Straßenverläufe, echte Parks mit verbundenen Einzelelementen oder den Ausbau eines funktionsfähigen Nahverkehrsnetzes lässt er brach liegen. Und das alles nicht innerhalb der ersten zwei, drei Stunden, wo er sich (wie jeder andere Spieler auch) ins Spiel hineinfuchsen muss, sondern immer. SCHEISS FUCKING egal, ob so ein Let’s Play 30 oder 300 Folgen dauert: Gronkh schafft es die ganze Zeit, sich vor dem Spiel zu fürchten und nur einen Miniausschnitt zu zeigen.

Dabei hat dieses Unvermögen, die eine Hälfte des Let’s Playens, nämlich das playen, in einer vernünftigen Qualität abzuliefern, aber keine Methode. Wo man anfangs noch vermutet, dass Gronkh womöglich absichtlich nicht wie ein Pro-Gamer agiert, um das Publikum bei der Stange zu halten, wird man spätestens ab Stunde 3 eines jeden Let’s Plays eines besseren belehrt: Der Typ ist tatsächlich so GROTTIG!

Furioser Gutmensch

Das zweite Problem, das Gronkh hat,Gronhk ist seine obskure Ambivalenz in Sachen persönliche Entfaltung. Auf der einen Seite lässt er keine Gelegenheit aus, massentaugliche Meinungsschnipsel unters Volk zu bringen. Zu allen Themen, von der sozialen Ungerechtigkeit, über diese VERDAMMTE soziale Ungerechtigkeit, und natürlich auch zu seinem absoluten Lieblingsthema, der sozialen FUCKING Ungerechtigkeit. Aber solange irgendeine alte Möhre und Breitbandinternet drin sind und man den Channel abonnieren kann, passt das schon: Der Gronkh ist schließlich auch nur ein Mensch wie Du und ich.

Auf der anderen Seite ist er aber auch ein wirklich furchtbarer Egoist und Egomane. Ein Kleinkind, das so spielen will, wie es meint, dass es richtig ist und allen, die sich (meistens zu Recht) über seine Spielweise aufregen, den Stempel prätentiös aufdrückt. So eine Art beratungsresistenter VOLLPFOSTEN, nur irgendwie doch zum Gernhaben, weil er eben irgendwie doch einer von uns ist und, weil er der König ist. Und zwar der Einäugige unter den Blinden. Derjenige, der selbst meinungsbildend ist, zugleich jede Verantwortung dafür ablehnt, weil es ja schließlich jedem freisteht, ihn anzuschauen oder nicht, und zugleich jegliche Korrekturen an seiner Arbeit mit einer Vehemenz ablehnt, dass man meinen könnte, jemand wollte ihm sein Spielzeug nehmen, ihn entmündigen und Ihn ohne Prozess ins nächste Foltergefängnis schicken. Kurz: jemand, den man nicht am Schreibtisch gegenüber würde sitzen haben wollen.

Naja …

Und trotzdem, macht’s ab und an doch Spaß, dem Kaiser der Katastrophen, dem Feldherrn des Versagens, dem Mäzen der Mittelmäßigkeit zuzuschauen. Jedenfalls hält das den Blutdruck schön hoch. Danke für gar nichts, Gronkh!

Ein Gedanke zu „Let’s hate: Gronkh“

  1. Er hat mich gut unterhalten, bin ich ihm was schuldigt? Nein. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen Konsument und Produzent. Dabei hat Gronkh nicht mal mehr getan, als viele andere Lets Player. Was ist der Unterschied von Gronkh zu den anderen? Er hat deutlich mehr Werbung gemacht als alle anderen seiner Sparte. Er hat vor allem mit PlayMassive eine enorme Reichweite generiert und sich mit anderen YouTuber hochgeschaukelt. Dazu noch durch das Wirken der Medien. Charity-Aktionen haben ebenfalls dazu beigetragen. Fleiß ist wichtig, bringt dich aber niemals da hin, wo Gronkh ist. Was auch interessant ist, die Abonnenten von seinem Twitter-Account zeigen wohl die wahre Anzahl seiner Zuschauer. Bedeutet, dass ca. 3 Millionen Zuschauer auf YouTube, Abo-Leichen sind. Stellen demnach keine statistische Relevanz mehr dar. Zeigen auf die Aufruf-Zahlen der Let’s Plays deutlich.

    Wieso sind so viele abgesprungen? Ich kann es durchaus verstehen, denn er kümmert sich einen Scheiß um seine Fans, die noch seine alten LP’s lieben. Gronkh hatte schon viele Kritiker. Die meisten werden ignoriert und wo kann man schon behaupten, dass die Kritiken ernst genommen wurden? Wieso tut er nichts dagegen, dass lückenhafte Playlists wieder komplettiert werden? Aktuell kann man sehen, dass ihn nur noch das Neue Zeugs wirklich interessiert, eben da, wo man das meiste Geld scheffeln kann. Dann ist noch Gronkh.de down, oder gelöscht wurden – wo man nun garnicht mehr an gewisse komplette LP’s ran kommt. Und wieso hat man die Seite beseitigt? Hat er sowieso keine Rechte mehr dran? Es zeigt jedenfalls, was er von den alten Fans hält, Nichts.

    Anhand dieser Dinge, fällt es einen schon schwer, ihm noch etwas positives ab zu gewinnen. Liegt gewiss auch daran, dass ich seine neuen Let’s Plays nicht verfolge, aber das spielt eigentlich keine Rolle, denn seine Alten Werke sind ja wohl nicht weniger wert angeschaut zu werden.

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