Generation Beziehungsunfähig: Das läuft falsch mit den Millenials

Hey, Generation Beziehungsunfähig! Ja ihr, ihr Bande verweichlichter Heulsusen, die sich immer auf Facebook fragt, warum die Beziehung schon wieder nicht gehalten hat, obwohl es doch die große Liebe war; kurze Eilmeldung für Euch: So eine Beziehung zu führen, ist Arbeit, auch wenn man das nicht wahrhaben will. Deshalb heute mal ein Blogbeitrag, der Euch vielleicht vor Augen führt, warum die Ehe Eurer Großeltern funktioniert, und ihr nicht beziehungsunfähig seid, sondern beziehungsunwillig.

Generation Beziehungsunfähig

Zum Einstieg mal ein Zitat aus dem Jennifer Lopez Song I ain‘t your mama. Da heißt es unter anderem:

I ain’t cooking all day (I ain’t your mama!)
I ain’t gon’ do your laundry (I ain’t your mama!)
I ain’t your mama, boy (I ain’t your mama!)
When you’re going get your act together?

Und hier kommt die Punchline: Genau dieser ganze Scheiß, mit- und füreinander kochen, die Wäsche wachen, sich gegenseitig kritisieren und, wenn es sein muss, auch mal in den Arsch treten, das sind die Bestandteile, die eine echte Beziehung ausmachen. Das sind die Momente, wo man gemeinsam wächst und vor allem zusammenwächst. Genau hier verläuft die Trennlinie zwischen der rosaroten Vernarrtheit, die natürlich auch zu so einer Beziehung gehört, und dem, was eine erwachsene Beziehung ausmacht.

Prinzessinnen und Prinzen

Dass die feinen Herrn und Damen der Generation Z sich damit schwer tun, liegt anderseits auf den Hand. Denn die Millenials hören ihr Leben lang, wie verdammt besonders sie sind. Werden von ihren Helikoptereltern bis in die Uni begleitet. Da finden allen Ernstes Elternabende an Fachhochschulen und Universitäten statt. Da hat es die Elterngeneration geschafft, die große Freiheit, die jenseits des Kinderzimmers wartet, zu einer Bedrohung zu stilisieren. Das Erwachsenwerden wird immer weiter und weiter und weiter aufgeschoben. Papa und Mama richten das schon. Ich muss keine Verantwortung übernehmen. Meine Fehler sind keine Fehler, sondern liebenswerte Marotten, und wer das nicht schnallt, ist meine eben nicht würdig.

Dieser ganze Haufen Scheiße, der da in den Köpfen der jungen Leute herumschwirrt, ist nichts anderes als eine geistige Behinderung. Es gelingt ihnen nicht, und wenn erst viel später, sich korrekt in der Gesellschaft einzuordnen. Bis der Lack mal ab ist, und umrissen wird, dass man eben doch kein Prinz ist, dass es eben doch Quatsch ist, zu erwarten, dass sich der Partner bis zur Selbstaufgabe opfert, nur um die Gnade der Gegenwart des andren erleben zu dürfen, dauert es einfach länger. Die Nummer mit „Ich lass für dich das Licht an, auch wenn‘s mir zu hell ist“, um nochmal ein anderes Zitat der Popkultur zu bemühen, trägt eben nicht. Zumindest nicht über die Rosarotphase hinaus.

Lifestyle Beziehung

Ein weiterer Grund, warum Millenials eigentlich nicht beziehungsunfähig, sondern beziehungsunwillig sind, liegt in der Infektion aller (auch der intimsten) Lebensbereiche mit der Lifestyle-Seuche. Welcher Typ Mann (oder Frau) passt zu dir? Was trägt man diese Saison? Wie will ich als Mensch (und nicht, was minimal besser wäre, wie wollen wir als Paar) in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden? Die Beziehung funktioniert damit nicht mehr von innen heraus, weil sich eben zwei gefunden haben, sondern ist Mittel zum Zweck. Oh, es ist en Vogue eine Beziehung zu führen? Na auf den Zug spring ich auf.

Dass eine Beziehung aber kein Smartphone, kein Pokemon Go und auch kein Fidget Spinner ist, bleibt irgendwie auf der Strecke. Man kann den anderen eben nicht einfach so, ohne weiteres in der Schreibtischschublade verschwinden lassen, wenn der nächste Trend kommt. Und der andere wird sich auch nicht für immer und ewig verbiegen. Er wird natürlich irgendwann unbequem, weil seine eigenen Bedürfnisse sich Bahn brechen. Und ja, wenn man zusammen wohnt, teilt man auch die Arbeiten, die anfallen, miteinander. Willkommen in der echten Welt.

Und auch die Nummer, immer nur die uneingeschränkt schönen Seiten miteinander zu teilen, geht natürlich auf Dauer nicht gut. Man kann sich nicht immer nur zu Dates, schicken Urlauben, Partys und zum Ficken treffen, und das dann als Beziehung bezeichnen. Denn dazu gehören auch Opfer. Und diese Opfer muss man für den anderen erbringen wollen. Denn mit der Fähigkeit hat das ja gar nichts zu tun. Und genau das ist es auch, was Beziehungsunfähigkeit als schauderhaften Euphemismus für Beziehungsunwilligkeit desavouiert.

Mal konkret …

Jungs, macht die Playstation auch mal aus, wenn die Alte da ist. Die Sissi Filme bringen Euch nicht um. Ihre Freundinnen sind vermutlich irgendwie doch ganz in Ordnung. Gönnt ihr den Mädelsaband, und schickt nicht 25 Nachrichten hinterher, sonst seid ihr doch auch ganz froh, wenn ihr mal euren eigenen Scheiß machen könnt. Der Typ aus eurem Freundeskreis, mit dem sie gar nicht klarkommt, muss nicht immer bei euch rumhängen. Da stellt sie sich nicht blöd an, der nervt sie wirklich. Und zum Schluss: Seid nicht solche verdammten Pussys: Sagt einfach, was ihr wollt! Wenn ihr mal einen Abend frei braucht, sagt ihr das, statt irgendwelche bekloppten Stellvertreterkriege zu führen.

Mädels, buchstäblich alles, was anschaut, nervt, weil es kompletter Schwachsinn ist, der keinen Mann auch nur eine Sekunde lang interessiert. So, nachdem das gesagt ist, versteht ihr vielleicht, dass es durchaus ein Opfer ist, wenn euer Alter sich die Rotze trotzdem mit euch anschaut. Fühlt euch nicht immer von allem angegriffen, es ist normal für erwachsene Leute, alles selber zu machen. Und wenn er euch zwei Flugtickets nach Paris schenkt, meint er damit nicht, dass ihr euch mit eurer besten Freundin ein schönes Wochenende machen sollt. Überraschung: Der will mit, weil der euch ganz echt gut findet.

Liebe Millenials, bitte kommt einfach von eurem unnachvollziehbar hohen Ross runter, versteht, dass zum Beziehung führen auch der Wille gehört, genau das zu tun und das das nicht irgendwie von allein passiert, und arbeitet miteinander und aneinander. Investiert nur halb so viel Zeit in euren Partner, wie ihr damit zubringt, euch in den asozialen Medien auszukotzen, dass ihr wohl immer Single bleiben werdet, dann läuft das.

Danke für gar nichts, JLo.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.