ESC 2016 – (hier reißerische Überschrift einfügen)

Warum nochmal hat die Ukraine den ESC 2016 gewonnen? Weil der Song der einzige mit Tiefgang war? Weil die Alte mal zur Abwechslung nicht halb nackt aufgetreten ist? Oder etwa doch, weil sich der Ostblock nach wie vor die Punkte gegenseitig zuschustert, wie zu besten UDSSR-Zeiten?

Die Ukraine gewinnt den ESC 2016

Fragen über Fragen, und eine belangloser als die andere. Dabei ist die einzig wichtige Frage für uns aufrechte Deutsche, die sich – wider besseren Wissens, denn der Bäcker hat ja Sonntags nur bis 10 auf – die halbe Nacht um die Ohren schlagen, warum unsere ach so GESCHISSEN süße Jamie-Lee nicht gewonnen hat. Hätte die doch eigentlich müssen … oder?

Deshalb hatte Jamie-Lee nie eine Chance

Kurz zur Info: Diese Manga-Lolita-Hentai-Overknees-irgendwie-süß-und-FUCKABLE-aber-das-darf-man-nicht-laut-sagen-weil-mal-sonst-als-Pedo-dasteht-Nummer funktioniert nur für ein paar ausgewählte Kids. Der ganz große Rest der Gesellschaft, und zwar ganz offensichtlich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, kann damit einen SCHEISS anfangen. Für die breite Masse ist das aufgesetztes Teeny-Gehabe, unverfrorener Egozentrismus und ein Schlag in die FRESSE. Eine echte Unverschämtheit, so jemanden, der die Mitte mit Nichten repräsentiert, zum ESC 2016 zu schicken. Die Probleme:

  1. hat keine SAU den Vorentscheid angeschaut.
  2. ist The Voice seit der Peinlichkeit im Vorjahr mit Andreas Kümmert eher eine so mittel gute Startbahn um eine ESC-Teilnahme ins Auge zu fassen.
  3. ist die Schnittmenge zwischen The Voice-, ESC-Vorausscheid- und ESC-Final-Zuschauern verschwindend gering. Und deshalb kannte
  4. kaum jemand Jamie-Lee geschweige denn den Song.
  5. Ist der mediale Hype erst ein paar Tage vor dem ESC losgegangen, sodass man maximal dachte „ach ja, da war ja was mit so nem obskuren Manga-Mädchen, die gewinnt nie.

Die Hand des Meisters

Was fehlte – auch diesmal – war der spürbare Ruck. Die kollektive grand dur, die Stefan Raab damals mit Lena zu entfesseln vermochte. Die Erhebung des ESC-Gewinns zur nationalen Aufgabe, der umfassende, tugend-deutsche Hau-Ruck-Gedanke. Freilich wäre die Nischen-Jamie-Lee dafür mit Nichten zu gebrauchen gewesen, aber der Rückenwind hätte auch sie sicherlich weiter getragen.

Was war gut?

Überraschend viel: Angefangen von der besten Bühnentechnik, die wir jedenfalls jemals gesehen haben über eine Handvoll wirklich spektakulär guter Auftritte, allen voran die Beiträge Spaniens und Bulgariens bis zu einer ungeheuerlich guten Moderation mit einem fabelhaft selbstironischen Auftritt unter dem Motto „How to win the ESC“ und dem alles überstrahlenden Auftritt von Justin – ich bin dafür verantwortlich, dass jetzt jede Rotzgöre so heißt – Timberlake. Das Aufbleiben hat sich also schon gelohnt. Muss man sagen.

Un-FUCKING-fassbar nervig dagegen war das endlose, sinnlose, schwachsinnige, grenzdebile, unnötige, unqualifizierte und unerhört dummdreiste Gelaber von Kommentator Peter Urban., das glücklicherweise zwischendurch technisch ausfiel. Falls es noch nicht angekommen ist: Wir alle können eben genug Englisch, um der Show auch ohne schwadronierenden Off-Kommentar folgen zu können. Zumal es gar nicht viel zu erklären gibt, höchstens das neue Punktesystem, das alles angeblich spannender machen soll. Funktioniert aber nur, wenn man nicht bis drei zählen kann und mit simpelster Mathematik überfordert ist.

Dass es am Ende Australien, die Ukraine und die russische „never-seen-before-Show“ unter sich ausmachen würden, war nach den Jurypunkten genauso klar, wie die rote Laterne für Deutschlands Jamie-Lee und ihren „Ghost“. Danke für gar nichts, Jamie-Lee!

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